Der Niedergang von ganz oben – Was ist aus Deutschlands Kaffeemacht geworden?
Jahrzehntelang stand Deutschland an der Spitze des europäischen Kaffeehandels. Es war der größte Importeur von Rohkaffee in der EU, ein globaler Umschlagplatz und Standort einiger der effizientesten Reexportkorridore der Welt. Bremen und Hamburg wurden zu Synonymen für Qualitätskontrolle, logistische Präzision und Röstkompetenz. Von der Entkoffeinierung im industriellen Maßstab bis hin zu kleinen Boutique-Röstereien für sortenreinen Kaffee war Deutschland nicht nur ein Verbraucher – es war ein Anker. Doch im Jahr 2023 änderte sich etwas. Laut dem European Coffee Report sanken Deutschlands Rohkaffeeimporte um über 170.000 Tonnen – ein Rückgang von 17,1 % gegenüber dem Vorjahr. Und während ein Teil davon auf allgemeine makroökonomische Belastungen zurückzuführen ist, werfen das Ausmaß und die Richtung des Rückgangs tiefgreifendere Fragen auf. Hat sich Deutschlands Rolle im europäischen Kaffeesystem grundlegend verändert? Oder handelt es sich lediglich um eine Korrektur nach der Pandemie?
Dr. Steffen Schwarz ist international anerkannter Experte im Breich Kaffee, Unternehmer und Dozent.
Als Gründer des Coffee Consulate in Mannheim widmet er sich seit vielen Jahren der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Kaffees. Seine Arbeit verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung und umfasst Themen wie Kaffeequalität, Sensorik, nachhaltigen Anbau sowie die Verarbeitung und Zubereitung von Kaffee.
Mit seiner langjährigen Expertise berät er Unternehmen weltweit, entwickelt Bildungsprogramme für die Kaffeebranche und engagiert sich für einen verantwortungsvollen und qualitätsorientierten Umgang mit Kaffee. Als Autor vermittelt Dr. Steffen Schwarz komplexes Fachwissen verständlich und praxisnah und eröffnet seinen Leserinnen und Lesern neue Perspektiven auf eines der faszinierendsten Genussmittel der Welt.